Carl August Werner

1868

Am 6.1.1868 erfolgte im Haus Nr. 1 hinter der Kreischaer Kirche, einem historischen Fachwerkbau auf der Hermsdorfer Straße, durch Carl August WERNER in Kooperation mit Herrn LIEBSCHER die Gründung der Strohhutfabrik WERNER. Herr Liebscher besaß die erste Hutpresse und wurde 1870 Kassierer der Sparkasse in Kreischa.

Das aufgekaufte Strohgeflecht wurde von Carl August Werner und seiner Frau mit dem Bügeleisen geglättet und mit der Hand, später mit einfachen Maschinen zu Strohhüten vernäht und an Verleger weiterverkauft.

Alte Dorfstraße 102

1876

Durch die Konjunktur ergab sich die Möglichkeit, Näherinnen in Heimarbeit zu beschäftigen und 1876 den Grundstein für das heutige Fabrikgebäude Alte Straße 2  zu legen.

1894 und 1907 wurde dieses Fabrikgebäude erweitert.

Abschrift der Eintragung

1878

Von 1875 bis 1882 beteiligte sich Johann Kny als Gesellschafter.

Am 1.8.1878 erfolgte die Eintragung im Handelsregister als Werner & Kny.

Recognitionsschein

1882

Am 26.5.1882 verkauft Johann Kny seinen halben Geschäftsanteil an Carl August Werner für 5500 Mark.

Urkunde

1893

feierte man das 25-jährige Firmenjubiläum. Zu dieser Zeit gab es 6 Strohhutfabriken in Kreischa (Gaudich, Werner, Schneider, Schulze, Sonntag, Schiffel)

Insgesamt beschäftigten die Kreischaer Hutfabriken in der Zeit der kapitalistischen Hochkonjunktur weit über 2000 Arbeitskräfte aus dem Ort selbst und aus der weiteren Umgebung in Saisonarbeit (Oktober bis Pfingsten), nach der Einführung der Filzhutproduktion sogar ganzjährig. 80% der Arbeitskräfte waren Frauen. Die Arbeitszeit betrug anfangs 10 bis 12 Stunden, ohne jegliche soziale Leistung. Durch zusätzliche Heimarbeit, vor allem an den Wochenenden, besserten die Näherinnen ihren Verdienst auf.

Strohhutnähmaschine

Eine Strohhutmaschine aus dieser Zeit. Der Antrieb erfolgte über ein Riemengetriebe anfangs von einer Tretkurbel, später durch einen Elektromotor.

1894-1895

erfolgt ein erster Anbau an der Westseite des jetzigen Firmengebäudes.

Familienbild ca. 1895

1895

Familienbild

Richard Ernst Werner (*1876), Anna Auguste Werner (*1868), Sidonie Franziska Werner (*1871),
Emilie Anna Werner (geb. Lehmann 1845), Carl August Werner (*1846),
Frieda Alma Werner (*1879), Martha Minna Werner (*1882)

1897

Am 5.10.1897 kauft Carl August Werner das Grundstück Nr. 104A (jetzt Hotel Kreischaer Hof) für 12.000 Mark. Dabei muss er an die communlichen Kassen Kaufabgaben leisten.

Linie 31 in Niedersedlitz

1906

Begünstigt durch die konjunkturelle Entwicklung nimmt am 3.3.1906 die Lockwitztalbahn, eine elektrische Straßenbahn, zwischen Dresden-Niedersedlitz und Kreischa Ihren Betrieb auf. Neben dem Berufsverkehr brachte sie viele Ausflügler nach Kreischa, wo sich auch das Kurwesen entwickelt hatte. Leider wurde die Straßenbahn 1977 aus wirtschaftlichen Erwägungen stillgelegt.

Werbegeschenk

Schon damals hatte man Sinn für Werbegeschenke. Das Bild zeigt einen Aschebecher in Form einer Aluminium-Preßform, in der Strohhüte in mehr als mannshohen Pressen mit Wärme und Druck in Form gebracht wurden. Zuvor wurden die Hüte mit einer Appretur (Lack) versehen.

So erhielt ein Strohhut seine stabile Form und sein gutes Aussehen. Anschließend wurde er mit einer Garnitur verziert.

Emilie Anna Werner

1903

Am 10.1.1903 verstirbt Carl August Werner

"Das Jahr 1903 war für mich und meine Familie ein Trauerjahr. Nach langer, schwerer Krankheit schloss mein lieber Schwiegervater am 10. Januar 1903 für immer die Augen. Er hatte nur ein Alter von 56 Jahren erreicht und sein Tod war ein schwerer Verlust für uns alle. Unser Vater war ein gerechter und wohlwollender Mann und wurde von uns allen aufrichtig geliebt und verehrt. Auf dem Friedhof zu Kreischa wurde er am 13. Januar, unter großem Trauergefolge der ganzen Gemeinde beigesetzt."

(Tagebuch von Max Hugo Scharnhorst)

Obwohl seine Frau Emilie Anna 12 Kinder gebahr (6 Kinder verstarben als Kleinkind), hatte Sie noch die Kraft, die Leitung der Firma am 27.2.1903 zu übernehmen.

nördlicher Anbau 1807

1907

"Bauliche Veränderungen waren im Sommer 1907 in Kreischa vorgenommen worden. Die Räume im Fabrikgebäude waren mit der Zeit unzureichend und meine Schwiegermutter hatte sich entschlossen, einen Fabrikneubau zu errichten. Auf Vorschlag meines Schwagers (Estler) in Döbeln hatte sie aber davon abgesehen und sie beschloss, nur einen Anbau an das alte Fabrikgebäude vorzunehmen. Das wurde auch ausgeführt und im Herbst konnten die neuen Räumlichkeiten bezogen werden.

Unserer lieben Mutter war es jedoch nicht vergönnt, sich ihres Erfolgs lange zu freuen. Im Spätsommer war sie an einer Influenza erkrankt...., konnte sich jedoch nicht wieder ganz davon erholen,... und am 3. März 1908 früh 3/4 7 Uhr war die Gute sanft hinüber geschlummert."    (Tagebuch des Max Hugo Scharnhorst)

1908

Am 1.7.1908 übernimmt Sohn Richard Werner die Hutfabrik zum Kaufpreis von 55.000 Mark zzgl. 34.000 Mark Hypotheken, die gerichtliche Eintragung erfolgt am 21.9.1908 auf dem Amtsgericht Dippoldiswalde.

Lebensmittelmarken 1916

1916

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 war keine der Kriegsparteien durch entsprechende Vorratshaltung auf einen längeren Krieg eingestellt. Der Mangel an Nahrungsmitteln zwang die Behörden dazu, Lebensmittel schrittweise (Brot 1915, Fleisch 1916, Kartoffeln 1917) zu rationieren. Ziel des 1916 eingerichteten Kriegsernährungsamts war es, eine Versorgung der Bevölkerung mit 1.000 -1.200 Kalorien pro Tag (vor 1914: 2.300 Kalorien) sicherzustellen.
 
Familienbild 1920

1920

(v. links n. rechts: Richard Werner, Liddy Werner geb. Wachsmuth, Arthur Wachsmuth, Karl Werner, Hermine Wachsmuth geb. Schlebeck, Franz Wachsmuth, Leopold Wachsmuth, Martha Wachsmuth geb. Seidel, Marie Wachsmuth geb. Seidel, Paul Schmidt, Gabriele Schmidt, Hildegard Schmidt)

Inflation 1923

1923

Nach dem Ende des 1. Weltkriegs durchlebt auch die Strohhutfabrik Wirtschaftskrise und eine gigantische Inflation. Das Geld wurde im Sekundentakt entwertet.

 

Kreischa 1925

1925

Ein idyllischer Blick über Kreischa von Nordwesten. Im Vordergrund die Hutfabrik Werner und Kny mit dem Anbau von 1807 und dem weitläufigen Garten (4000 m²)

13.7.1928

1928

Der erste Firmenwagen wird angeschafft

Mecedes Benz Bj. 1933 (Foto 1969)

1933

Der zweite Firmenwagen ist ein Mercedes Benz Baujahr 1933. Er besaß bereits ein Getriebe mit 4 Gängen, der 4. Gang konnte ohne zu kuppeln eingelegt werden. Er wurde Anfang der 70iger Jahre verkauft und diente noch einige Jahre als "Traktor" in der Landwirtschaft.

Nähsaal 1934

1934

Im "Nähsaal" der Fa. Werner & Kny arbeiten ca. 10 Frauen. Heute beherbergt dieser Raum im Erdgeschoß die Vertriebsabteilung Kommunikationstechnik.

Familienbild ca. 1935 vor Alter Dorfstraße 104d

1935

Familienbild vor dem Gebäude Alte Dorfstraße 104d (heute Hotel Kreischaer Hof)

von links nach rechts:

?, Karl Werner, ?, Maria Werner, Anna Auguste Scharnhorst, Liddy Werner (geb. Wachsmuth), Richard Werner, Martha Krumpolt (geb. Werner), Franziska Estler (geb. Werner), Frieda Sparmann (geb. Werner), Werner Sparmann, Hermine Krumpolt, Adeltraud Peukert

Bauzeichnung 1938

1938

plant Richard Werner einen weiteren Anbau an das Firmengebäude nach Norden. Dieser wird aber auf Grund der drohenden Kriegsereignisse nicht ausgeführt. Das Jahr 1938 dürfte ein gutes Jahr der Strohhutfabrik gewesen sein. Auf einer Meldeliste zu einer Betriebsfahrt am 30. Mai. 1938 sind 44 Mitarbeiter im Haus und weitere 42 Heimarbeiter verzeichnet. Jeder Mitarbeiter zahlte für die Betriebsfahrt 2,70 Reichsmark ein.

Aus dieser Zeit liegen Umsatzzahlen vor, demnach war 1940 das umsatzstärkste Jahr. Der Gewinn lag bei etwas über 10%.

1935    205 T
1936    259 T                                                     
1937    216 T                                           
1938    250 T                                 
1939    320 T                       
1940    372 T             
1941    307 T                                         
1942    262 T
1944    140 T   (Katastrophenjahr)

1941

Am 6. Mai 1941 verstirbt Richard Werner.

Liddy Werner

1941

Nach dem Tod von Richard Werner übernimmt seine Frau Liddy Werner (geb. Wachsmuth) am 2. Dez. 1941 die Leitung der Hutfabrik. Sie hat sicherlich die schwerste Zeit der Unternehmensgeschichte in den Jahren des 2. Weltkrieges erleben müssen, denn bereits 1942 drohte die Stillegung der Fabrik. 1945 bis 1954 wurde ein Raum für die Schule genutzt.

Aus einem Brief an die Nationale Front geht hervor, dass sich 1947 die Kreischaer Hutfabriken wegen Materialmangel mit der Aufarbeitung vorhandener Bestände und der Umarbeitung getragener Hüte am Leben hielten. In dieser Zeit gewannen Filzhüte an Bedeutung, da Filzstumpen auf DDR-Gebiet hergestellt wurden (in Guben).

 

75. Jubiläum

1943

Am 6.1.1943 wird das 75. Firmenjubiläum begangen.

Auf Grund der Kriegsereignisse und des rückläufigen Umsatzes werden kaum große Feierlichkeiten stattgefunden haben. 

Bescheinigung der sowjetischen Kommandantur

1945

Der 2. Weltkrieg ist beendet. Auch Kreischa wird von der Sowjetarmee besetzt. Am 28. Juli 1945 wird die Hutfabrik vom Kommandanten in Dippoldiswalde unter Nummer 118 registriert.

Arthur Krumpolt und Thomas Werner

1957

Die Hutproduktion kommt wieder langsam in Gang. Die 4. Unternehmergeneration hilft bei der Anlieferung einer Tagesproduktion zur Poststelle.

Tasche

1958

Auf dem 5. SED-Parteitag 1958 verhieß Walter Ulbricht den Delegierten das sozialistische Konsumparadies - nebst dem Planziel, die Bundesrepublik zu überholen. Die Partei propagierte dazu das Programm "Tausend kleine Dinge", denn genau daran mangelte es in DDR-Läden besonders: Büchsenöffner, Nähgarn oder Rasierklingen.
Ein Werbespot aus dieser Zeit erklärt das Anliegen. In Kreischa wurden schicke Damenhandtaschen gefertigt.

Trinkstrohhalme aus Kreischa

1959

In den zahlreichen Milchbars in den Städten fehlte es an Trinkröhrchen. Mit Stroh war die Hutfabrik vertraut. Der Schwiegervater von Karl Werner baute deshalb aus Holz, ein paar Zugfedern und Rasierklingen einen Schneidetisch, auf dem Strohhalme auf Trinkröhrchen-Länge geschnitten werden konnten. Die geschnittenen Halme wurden über Nacht im Keller geschwefelt, in dem eine Schale mit gelbem Schwefel in einer kleinen Kammer entzündet wurde. Das diente der Desinfektion der Trinkröhrchen. Anschließend mussten die Halme einzeln in Papierröhrchen gesteckt und diese dann beidseitig durch eine „Maschine“ verschlossen (gerädelt) werden, in der ein Nähmaschinenmotor 2 gegenläufige Zahnräder antrieb, die die Enden der Papierröhrchen zusammenpressten.

neuer Dampfkessel 1967

1960

Zur Besicherung eines Kredits für eine neue Heizungsanlage in Höhe von 20.000,- Mark verlangt die Deutsche Investitionsbank Berlin eine staatliche Beteiligung am Unternehmen von 30%. Aus Werner & Kny entstand die Werner & Kny KG.

Nach der Wiedervereinigung beansprucht die Bundesrepublik Deutschland diese staatl. Beteiligung für sich, obwohl die Deutsche Investitionsbank 1967 ihren Betrieb einstellte, und fordert  Rückzahlung der staatlichen Beteiligung nach Rückgabe des völlig heruntergewirtschaftenen Unternehmens im Jahr 1991. 

siehe 2005

1960

Brief von Karl Werner an einen Freund in Düsseldorf
Karl Werner

1962

Am 1. Februar 1962 verstirbt Liddy Werner im Alter von 80 Jahren.

Ihr Sohn Karl Werner übernimmt die Geschäftsführung.

Kinderzimmer 1962

1962

Familie und Firma "wohnten" Tür an Tür im gleichen Gebäude. Neben dem Büro das Bad, daneben der Zuschnitt und dahinter das Wohnzimmer. Das letzte Zimmer war das Kinderzimmer von Thomas.
30 Jahre später wurde das Kinderzimmer zum eigenen Büro.

Büro 1992
Präsente

1968

Das 100-jährige Firmenjubiläum wurde in aller Bescheidenheit begangen. In Erinnerung blieb lediglich ein Wohnzimmerschrank voller Blumenpräsente.

Tageszeitung 1972

1972

Verstaatlichung, das Ende des privaten Unternehmertums in der DDR, aus der Werner & Kny KG wird der VEB Hutfabrik Kreischa

„In Durchführung der Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED zur weiteren Stärkung der sozialistischen Produktionsverhältnisse sowie der darauf beruhenden Beschlüsse des Ministerrates der DDR wird mit Wirkung vom 24. April 1972 der VEB Hutfabrik Kreischa gegründet“

Die privaten Unternehmer erhielten ihr Stammkapital (in Raten) ausgezahlt, Umlaufmittel und stille Reserven, die den größeren Teil des Unternehmenswertes ausmachten, wurden einbehalten. In Summe blieb der Erwerb eines PKW Moskwitsch 412 als Lohn für 3 Generationen Unternehmergeist, der 2 Weltkriege überstanden hatte, übrig. Karl Werner und seine Schwester Maria Werner erklärten sich bereit, weiter im Unternehmen tätig zu sein.

1972

Verabschiedung Karl Werner

1976

Am 15.7.1976 wird Karl Werner als Betriebsdirektor in den Ruhestand verabschiedet. Für 14 Jahre geht damit der letzte wirkliche Unternehmer  „von Bord“.  Erich Honnecker sieht den Sieg der Arbeiterklasse mit Wohlgefallen:

1980

1980

Im Werk 5 der VEB Dresdner Hutfabriken arbeiten 1980 17 Mitarbeiter und 13 Heimarbeiterinnen. Sie produzieren jährlich 70.000 Sportmützen. 30% davon gehen in den Export. Es ist die einzige der Kreischaer  Hutfabriken, die der Branche treu geblieben ist.

Die Bausubstanz verfällt von Jahr zu Jahr, für die Instandhaltung haben die VEB keine finanziellen Mittel. Stattdessen erfolgten für den "kalten Krieg" gigantische Investitionen in Betrieben, die der "Landesverteidigung" dienten und in eine unüberschaubare Anzahl von Bunkern, die der Führungselite ein längeres Überleben in einem Atomkrieg sichern sollten. Glücklicherweise blieben wir davon verschont.

Ingenieurbüro Werner 1990

1990

Das die friedliche Revolution zur Wiedervereinigung Deutschlands führte, erschien vielen wie ein Wunder. Der VEB Dresdner Hutfabriken versucht, als Modista GmbH den Sprung in die Marktwirtschaft zu schaffen - vergeblich! Thomas Werner, der Sohn von Karl Werner, beantragt die Reprivatisierung des Grundstückes bei der Treuhandanstalt in Berlin und gründet zuvor am 1. Mai 1990 das Ingenieurbüro Thomas Werner. Das Foto zeigt das "Geschäftsgebäude" im Jahr 1990, wo 1868 der Ursprung der Strohhutfabrik lag.

 

1990

Mit dieser Werbeanzeige im Wilischboten versucht die neu gegründete Firma auf sich aufmerksam zu machen.

Auf einem vom Forschungsinstitut Manfred von Ardenne geliehenen Sömmerdaer Bürocomputer PC1715 werden die ersten Leiterplatten mit der Software Caddy entworfen. Das Institut ist in den ersten Jahren auch der wichtigste Kunde.

1990

Erster Auftrag
1. Werbung Werner GmbH 1991

1991

Der Antrag auf Reprivatisierung des Betriebsteils Kreischa der insolventen Modista GmbH wird von der Treuhand genehmigt.

Gemeinsam mit der "Zufallsbekanntschaft" Alfred Knitter Industrievertretungen GmbH aus (West)Berlin entsteht am 1.3.1991 die Werner GmbH als Fachgroßhandel. Damit kann auch in das Firmengebäude der Hutfabrik wieder Leben einziehen.

Satelliten-Fernsehen für das Tal der Ahnungslosen!

Abriß

1991

Im gleichen Jahr wird der Entschluss gefaßt, auf dem Nachbargrundstück einen Hotel-Neubau zu errichten. Das "Firmengebäude" des Ingenieurbüros fällt dem Bagger zum Opfer und die Bauarbeiten für den Kreischaer Hof, einem Hotel mit 49 Zimmern, beginnen.

Hotel Kreischaer Hof

1992

Im November 1992 eröffnet Andrea Werner das Hotel Kreischaer Hof.

Hausmessen, Firmenevents, Übernachtung für unsere Besucher und Gäste, Mittagessen für die Mitarbeiter - eine perfekte Kombination!

neuer Glanz

1994

Die seit 1992 laufende Sanierung der ehemaligen Hutfabrik wird abgeschlossen. Von außen und innen neuer Glanz!

Kurzwellen-Antenne für das 40m- bis 10m-Band

1994

In den ersten 5 Geschäftsjahren entwickelt sich aus einem bis dahin sehr intensiven Hobby des Geschäftsführers ein neues Geschäftsfeld für die Werner GmbH. Die bisher fehlende Kommunikationsinfrastruktur und der Aufbau des ersten Mobilfunknetzes (C-Netz) führt zu guten Geschäften mit Antennen, Geräten und Zubehör für Amateurfunk, Betriebsfunk, Bündelfunk, Behördenfunk und CB-Funk. Auf dem Dach wurden drehbare Richtantennen und mehrere Draht- und Vertikalantenen für Kurzwellen- und UKW-Funk errichtet. An diesen Antennen wurde die Amateurfunk-Clubstation DF0WER betrieben. In dieser Zeit prägten DL8DZL, DL1VKR, DL2VVL, DL3DSW und DL6DQI massgeblich dieses Geschäftsfeld. Durch den rasanten Ausbau der Handy-Netze und später des Internets verlor der Funk zunehmend seine geschäftliche Bedeutung. Heute krönt nur noch die drehbare Kurzwellenantenne als Wahrzeichen unser Dach und bleibt betriebsfähig für Katastrophenfälle.

Hausmesse

1995

Am 1.10.1995 wird die Dresdner Niederlassung der Firma Antrona aus Köln übernommen. Auch Antrona hatte nach der Wiedervereinigung versucht, im "Tal der Ahnungslosen" vom "Hunger nach Westfernsehen" zu profitieren. Der wirtschaftliche Erfolg dieser Aktion war begrenzt, denn der Kundenstamm war vernachlässigt und die angemieteten Räumlichkeiten in der Dresdner Neustadt waren in einem erbarmungswürdigen Zustand. Deshalb werden die Kunden nach kurzer Zeit vom Standort in Kreischa betreut.  Auf einer Hausmesse präsentiert Hans-Georg Nimptsch die Neuheiten von Kathrein.

Hausmesse

1996

Die Amateurfunkstation DF0WER erreicht ihren besten Ausstattungsgrad. Die zunehmende Computervernetzung im Unternehmen setzt dem Amateurfunkbetrieb jedoch Grenzen, weil in jenen Jahren die Schirmung der Netzwerkverkabelung noch unzureichend war. Der wenig später einsetzende Siegeszug des Internets ließ die Bedeutung des Amateurfunks zusätzlich schrumpfen.

Satronik

2001/2002

Erwerb und Verschmelzung der Satronik Antennen Elektronik GmbH (Burgstädt, Bad Blankenburg, Medingen). Satronik wurde 1990 von leitenden Vertriebsmitarbeitern des VEB Elektronische Geräte Burgstädt (F.G. Häberle seit 1945) gegründet, heute die Kathrein Sachsen GmbH. EGB war vor 1990 gewissermaßen das "Kompetenzzentrum für Westfernsehen" in der DDR.

Hochwasser 2002 in Kreischa

August 2002

Nach extremen Regenfällen versank Sachsen unter einer Jahrhundertflut. Besonders im Müglitztal und Weißeritztal (Glashütte, Wesenstein, Freital) und Dresden wurden bisher unvorstellbare Schäden angerichtet. Unser Hauptsitz und die Niederlassungen wurden zum Glück verschont. Der Dorfbach in Kreischa trat über die Ufer, verursachte aber bei uns keine Schäden.

 

2005

Die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben läßt Thomas Werner vom Amtsgericht Dresden mit einem Anerkenntnisurteil verpflichten, die 1960 von der Großmutter zwangsweise aufgenommene staatliche Beteiligung an die Bundesrepublik Deutschland zurückzuzahlen. Der Richter entschuldigt sich nach der Verhandlung für sein Urteil beim Beklagten, das Gesetz hätte keine andere Entscheidung zugelassen.

PPC-Truck

2006

Der PPC-Truck ist auf unseren Hausmessen in Kreischa, Burgstädt und Bad Blankenburg nicht zu übersehen. Mit viel persönlicher Begeisterung hat die Werner GmbH PPC den Markteintritt in Deutschland geebnet.

Standort Rudolstadt

2008

Die Niederlassung Bad Blankenburg zieht nach Rudolstadt um. Hier finden wir größere Räumlichkeiten, Schulungs- und Technik-Räume.

Jubiläumseisbombe

2010

Am 1.5.2010 feiern wir das 20-jährige Firmenjubiläum der Werner Industriellen Elektronik. Was vor 20 Jahren als Einmann-Ingenieurbüro begann, kann sich heute sehen lassen. Das Hotel Kreischaer Hof gestaltet die Jubiläumsfeier vom Feinsten und krönte das Menü mit einer Eisbombe.

Colditzstraße 28

2010

Erwerb der Geschäftsanteile der Alfred Knitter Industrievertretungen GmbH Berlin durch Thomas Werner, Verschmelzung der Mutterfirma auf die Tochterfirma. Der Standort Berlin bleibt als Niederlassung Alfred Knitter erhalten und führt die Tradition des Namens Knitter in Berlin fort.

Jubiläumstorte

2011

Am 1.3.2011 feiern wir das 20-jährige Firmenjubiläum der Werner GmbH. Das Jahr 2011 wird als ein "Spitzenjahrgang" in Erinnerung bleiben. Das Hotel Kreischaer Hof gestaltet die Jubiläumsfeier vom Feinsten

2012

Der Freistaat Sachsen schreibt das letzte Kapitel zum Thema Wiedervereinigung.  Seit 1994 gab es das Entschädigungsgesetz (EntschG), welches für nachträgliche Gerechtigkeit bezüglich der 1972 in der DDR erfolgten Zwangsenteignungen sorgen sollte. Das Verwaltungsverfahren dauerte 18 (in Worten Achtzehn) Jahre.

Das Ergebnis: Null komma Null

2014

Nach Abschluss des Entschädigungsverfahrens 2012 meldete sich prompt die frühere Treuhandanstalt und wies darauf hin, dass noch die anteiligen Schulden der 1990 in Insolvenz gegangenen Modista GmbH zu zahlen wären. Meine Hoffnung, dass das in den letzten 20 Jahren Erreichte die Herren in Berlin milde stimmen würden, erwies sich größtenteils als Trugschluss, einer Ratenzahlung wurde zugestimmt. Im Juni 2014 konnte auch dieses traurige Kapitel abgeschlossen werden.

2016

Am 1.5.2015 bzw. 1.3.2016 jährte sich das Bestehen der Firmen Thomas Werner Industrielle Elektronik und Werner GmbH zum 25. Mal. Normalerweise ein Grund zum Feiern. Wegen des Abschieds vom Hotel Kreischaer Hof verzichteten wir jedoch darauf.